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100 Days of Deception – Vorschau auf Folge 7 | „Ist Ihnen klar, dass Keum ein seltener Familienname ist?“ Warum Sato bei Keum Seo-hee stutzt

Gordon Insight·

⚠️ Spoiler zur kompletten Folge 6 (inklusive Ende) und zur offiziellen Vorschau auf Folge 7. Deutungen und Prognosen sind im Text als „meine Deutung“ und „mein Tipp“ gekennzeichnet.

Ganz am Ende von Folge 6 sitzt Sato allein da und murmelt zwei Namen nebeneinander. Keum Seok-jung. Und Keum Seo-hee. Bei diesem einen Selbstgespräch lief es mir eiskalt den Rücken hinunter.

Keum Seok-jung ist der Mann, der in Folge 2 beim Bankett auf Sato geschossen hat. Und Keum Seo-hee ist der falsche Name, unter dem unsere Ga-kyung im Generalgouvernement arbeitet.

Doch kurz bevor Sato diese beiden Namen nebeneinanderstellt, richtet er eine Frage an Polizeichef Fukuda.

„Ist Ihnen klar, dass Keum ein seltener Familienname ist?“

Selten heißt: Kaum jemand trägt ihn. Bei diesem einen Satz erstarrt Fukudas Gesicht.

Die Serie heißt schließlich 100 Days of Deception. Und Folge 6 hat mitten in all diese Täuschung einen einzigen Namen gesetzt.

Deshalb gibt es heute nur eine Frage. Warum stutzt Sato ausgerechnet beim Namen Keum Seo-hee?

Die Antwort steckt längst überall in Folge 6. Ich hole die Hinweise einzeln hervor, in der Reihenfolge der Szenen, und zum Schluss nehme ich die Vorschau auf Folge 7 auseinander und setze unsere Gordon-Insight-Tipps.

Ende von Folge 6: Sato Shinichi sitzt allein in einem dunklen Büro in seinem Sessel und murmelt vor sich hin

© tvN „100 Days of Deception“

Eine Waffe im Regen

Fangen wir mit dem Ende von Folge 5 an. Ga-kyung ist in den Regen hinausgelaufen, weil sie keine Spionin mehr sein will, und Philip ist ihr gefolgt, mit einer versteckten Pistole.

Wem diese Waffe galt, zeigt Folge 6 gleich zu Beginn. Als Philip nach Heewon zurückkommt, stellt sich So-ran ihm in den Weg. Er fordert sie auf, zur Seite zu gehen, und fragt, ob sie vergessen habe, dass Verräter beseitigt werden. So-rans Antwort: Nicht Ga-kyung, sondern sie selbst seien es gewesen, die zuerst kein Vertrauen hatten. Aus So-rans Sicht steht Verrat für Ga-kyung gar nicht erst zur Wahl.

Am Ende gibt Philip nach. Er will sie überzeugen, ein einziges Mal. Und genau dieser eine Versuch ist die erste Szene von Folge 6.

Die Karte, die Philip bei Ga-kyung ausspielt, ist So-rans Vergangenheit. Als So-rans Mann in Kyeam-ri sich weigerte, seine Kameraden zu verraten, tötete Sato seine Tochter. Diese Tochter hieß Seo-hee. Der Name, den Ga-kyung trägt, Keum Seo-hee, ist also der Name eines Kindes, das Sato getötet hat.

Philips letzte Bitte: Sie möge So-ran ein kleines bisschen verstehen.

In dieser Nacht liegt Ga-kyung noch völlig durchnässt da und erzählt So-ran von ihrer eigenen Mutter. Der Mutter, die sie zurückgelassen hat. Und dann sagt sie zu So-ran, irgendwie beneide sie Seo-hee ein wenig. Weil Seo-hee eine Mutter hatte, die für ihre Tochter ihr Leben riskiert.

Am nächsten Morgen will Ga-kyung von So-ran als Erstes wissen, wann das Attentat auf den Vizegouverneur stattfindet. Bis wann es zu schaffen sei, wenn man sich beeilt. So-rans Antwort: in einem Monat. Ga-kyung legt sich fest. In einem Monat wird sie nach Amerika geschickt, egal was passiert. So-ran holt kurz Luft und verspricht es.

An dieser Stelle hatte ich Gänsehaut. In Folge 4 hat So-ran Philip nämlich etwas anvertraut: Einen Weg, Ga-kyung nach Amerika zu bringen, hat es nie gegeben. Aus drei Monaten ist nur einer geworden, aber dieses Versprechen war von Anfang an eines, das sich nicht halten lässt.

Ga-kyung arbeitet unter falschem Namen, und auch das Versprechen, das sie antreibt, ist falsch. Doch jemand hatte bereits begonnen, sich diesen falschen Namen genauer anzusehen, und zwar als Erster.

Zwei Befehle

Hideo hat in Folge 5 von Fukuda eine Ohrfeige kassiert. Diesem Adoptivsohn, der von Geburt Koreaner ist, sagt Sato zum vermeintlichen Lob, seine Gefühle nicht zu zeigen, das mache einen Japaner aus.

Und sein eigentliches Anliegen heißt Keum Seo-hee. Hideo soll dafür sorgen, dass sie sich auf ihn stützt und ihm vertraut. Allerdings mit einer Bedingung. Sie muss ihm vertrauen, aber „du darfst das nicht“.

In dem Moment, in dem Hideos Miene ins Wanken gerät, legt Sato nach. Ob seine Mutter es nicht genauso gemacht habe? Hideo sucht in Gyeongseong heimlich nach der Adoptivmutter, die ihn großgezogen hat. Und Sato weiß genau, wo diese Wunde sitzt, und drückt darauf.

In derselben Nacht kommt in Heewon genau derselbe Befehl. Diesmal von So-ran an Ga-kyung: Gewinne Sato Hideos Herz. So-rans Bedingung ist, dass sie niemals persönliche Gefühle zulässt. Ga-kyung antwortet selbstbewusst, das werde ganz sicher nicht passieren.

Sorg dafür, dass man dir vertraut, aber vertrau selbst nie. Zwei Menschen mit identischen Befehlen, die sich gegenübersitzen. Für mich ist diese Spiegelung das Gerüst von Folge 6. Und Befehle sind ja bekanntlich dazu da, gebrochen zu werden.

Ishikawa

Unterdessen will Philip in Heewon den verhafteten Keum Seok-jung retten, So-rans Mann und Seo-hees Vater. Er werde einen Weg finden, sagt er.

Sein Plan: Sato dort treffen, wo es am meisten wehtut. Er will behaupten, er interessiere sich für den Vorfall von Kyeam-ri. Warum aber ist Kyeam-ri Satos wunder Punkt? Philip nennt Sato den Drahtzieher des Massakers von Kyeam-ri und korrigiert sich dann. Nein, Ishikawa.

Ishikawa. So lautete Satos ursprünglicher Familienname. Er ist dank der Familie seiner Frau aufgestiegen und hat sogar ihren Namen angenommen. Sato ist also ein Mann, der seine Vergangenheit ausgelöscht hat, indem er seinen Namen änderte.

Merkt euch das. Wie empfindlich jemand, der den eigenen Namen ausradiert hat, wohl auf die Namen anderer reagiert.

So-rans Antwort fällt allerdings überraschend aus. Er solle das dem Himmel überlassen und gar nichts tun. Ihr Grund ist einfach: Kommt heraus, dass Seok-jung ein Opfer von Kyeam-ri ist, könnte auch ihre eigene Identität auffliegen.

Als Philip fragt, ob dieser Mann denn nicht ihr Ehemann sei, schüttelt So-ran den Kopf. Und dann sagt sie Philip, ihr Mann sei er. Für Philip klingt das wie ein Geständnis. Ich habe darin aber auch gehört, wie sie Seok-jung loslässt. So-ran hat sich längst für die Rache entschieden und gegen ihren Mann.

Die Übersetzung

Am nächsten Tag, auf einer Baustelle des Generalgouvernements, ist der ausländische Ingenieur Laurent wütend. Die koreanischen Arbeiter melden sich jeden Tag krank, beschwert er sich. Doch Hideo, der das ins Japanische überträgt, verändert den Inhalt still und leise: Die koreanischen Arbeiter müssten zu viele Stunden schuften, deshalb würden sie einer nach dem anderen krank.

Daraufhin ordnet Sato an, ihre Arbeitszeit um eine Stunde am Tag zu kürzen. Die kleine Lüge scheint aufgegangen zu sein, doch auf der Rückfahrt im Wagen fragt Sato: „Hast du heute richtig übersetzt?“

Als Hideo nachfragt, sagt Sato, er vertraue ihm, und erteilt im selben Atemzug einen Befehl. Die Arbeitszeit der Arbeiter soll jeden Tag um eine Stunde steigen.

Ob Sato das Englische verstanden oder seinen Sohn nur auf die Probe gestellt hat, kann ich nicht sagen. Zwei Dinge sind aber sicher. Sein Sohn, von Geburt Koreaner, hat sich auf die Seite der Koreaner gestellt. Und Sato hat diese Lüge im Verdacht.

Wenn er schon der Übersetzung des eigenen Sohnes misstraut, wird er dann ausgerechnet seiner Nachwuchsdolmetscherin Keum Seo-hee glauben?

Zurück im Verhörraum

Zurück im Büro sagt Hideo etwas zu Ga-kyung, das einer Entschuldigung nahekommt. Doch ihre Antwort geht in die andere Richtung: Wenn es wieder ein Verhör zu dolmetschen gibt, will sie es noch besser machen. Hideo zieht kühl eine Grenze. Sie solle ihm lieber den Pfandschein zurückgeben, den sie ihm gestohlen hat.

Genau in diesem Moment tauchen Polizisten auf. Der Polizeichef will Keum Seo-hee wieder sehen, für ein weiteres Verhör desselben Mannes wie gestern. Hideos Reaktion ist herrlich: Er wünscht ihr eine angenehme Zeit. Doch was dann kommt, lässt ihm das Lächeln vergehen. Der Vizegouverneur hat angeordnet, dass Hideo mitkommt.

Auf der Polizeiwache Jongno erklärt Fukuda die Lage. Man habe einen anderen Dolmetscher geholt, aber Seok-jung sage immer nur einen Namen: Keum Seo-hee. Keum Seok-jung hat nach Keum Seo-hee gesucht.

In Folge 5 hat Seok-jung heftig reagiert, als Fukuda Ga-kyung mit Keum Seo-hee ansprach. Es ist der Name der Tochter, die er vor dreizehn Jahren verloren hat. Und jetzt lässt dieser Name auch Fukuda keine Ruhe mehr.

Behaltet Fukudas Fragezeichen im Kopf. Am Ende von Folge 6 kehrt Sato genau an diesen Punkt zurück.

Kaum betritt Ga-kyung den Verhörraum, unterläuft ihr ein Fehler. Auf Koreanisch sagt sie über Hideo, er spreche Japanisch, Englisch und sogar Koreanisch. Ein Versehen? Ich glaube nicht. Sie hat es absichtlich auf Koreanisch gesagt, damit Seok-jung es hört. Der Mann hinter mir versteht jedes Wort Koreanisch, also sei vorsichtig. Das ist meine Deutung.

Als Seok-jung schweigt, bittet Ga-kyung darum, mit ihm Koreanisch sprechen zu dürfen. Als Landsmännin wolle sie ihn überzeugen.

Als Erstes verrät sie Seok-jung, wer sie wirklich ist: In jener Nacht in Folge 2 hat er eine Waffe auf sie gerichtet. Und dann fängt sie unvermittelt an, von ihrer Herrin zu schwärmen. Sie sei Chinesin und spreche nicht gut Koreanisch, aber sie sei eine gute Frau. Und diese Herrin habe ihr sogar den hübschen Namen Keum Seo-hee gegeben.

Als Seok-jung nach seinen Kameraden fragt, lenkt Ga-kyung das Gespräch ganz unschuldig wieder auf ihre Herrin. Sie habe sich nur gewünscht, dass ihre Herrin noch lange so gesund bleibt wie jetzt.

Das ist eine Botschaft, direkt vor Fukudas Nase überbracht. Deine Frau lebt, und es geht ihr gut. Und sie hat mir den Namen deiner Tochter gegeben. Für Seok-jung muss es die erste Nachricht von seiner Frau seit dreizehn Jahren gewesen sein.

Da stürmt ein Polizist aus der Folterkammer herein. Seok-jungs Kamerad hat geredet. Und was hat man getan? Man hat seiner Frau die Beine gebrochen. Dann liest der Beamte Seok-jungs Akte vor: „Sein Name ist Keum Seok-jung, er soll aus Kyeam-ri bei Suwon stammen.“

Kyeam-ri. Fukuda weiß, was dieser Name bedeutet. Sofort geht ein Anruf an das Büro des Vizegouverneurs.

Während Ga-kyung hinausgeführt wird, ruft Seok-jung ihr eine letzte Bitte hinterher: Sie solle auf dem Heimweg Castella kaufen. Castella. Für mich klingt das nicht einfach nach Kuchen. Entweder ist es ein letzter Gruß an So-ran oder ein Code, den nur die beiden kennen. Das ist reine Spekulation meinerseits, aber wenn in Folge 7 wieder Castella auftaucht, haben wir die Antwort.

Und Hideo, der jedes Wort Koreanisch versteht, stand die ganze Zeit dahinter und hat alles mitgehört.

Gae-ttong

Auf der Treppe nach oben, nachdem sie den Verhörraum verlassen haben, fragt Hideo, als hätte er nur darauf gewartet: Keum Seo-hee sei also gar nicht ihr richtiger Name? Er hat ja gehört, dass ihre Herrin ihr diesen Namen gegeben hat. Als er nach ihrem echten Namen fragt, antwortet Ga-kyung: Lee Gae-ttong. Das bedeutet ungefähr „Hundehaufen“.

Ihr richtiger Name ist Lee Ga-kyung, sie hat also an Ort und Stelle noch eine Lüge draufgesetzt. Sie bittet ihn sogar, den Namen Gae-ttong im Generalgouvernement unbedingt geheim zu halten. Da musste ich laut lachen.

Doch das scherzhafte Gespräch wird plötzlich ernst. Hideo hält Ga-kyung ja für Philips Geliebte. Er wirft ihr vor, hinter dem Rücken des Mannes, dem sie so viel verdankt, fremdzugehen.

Da dreht Ga-kyung den Spieß um. Sie blickt Hideo direkt an und fragt, ob sie mit Yoo Philip Schluss machen soll. Und legt noch einen Zug nach: Würde er dann ihre Gefühle erwidern?

Hideos Antwort überrascht. Wo das schon zur Sprache kommt, sagt er, sollten sie gleich jetzt gemeinsam zu Yoo Philip gehen. Als Ga-kyung zögert, sagt Hideo ihr ins Gesicht, Menschen wie sie könne er am wenigsten ausstehen.

Dreht man diese Szene aber um, wird es spannend. Sato hat gesagt: Sorg dafür, dass sie dir vertraut, aber vertrau ihr nicht. Und jetzt ist Hideo wütend, weil er eifersüchtig ist. Der Befehl bekommt bereits Risse.

Zur selben Zeit steigt jemand persönlich in den Keller der Polizeiwache Jongno hinab.

Nach 13 Jahren unter vier Augen

Sato selbst ist in den Verhörraum heruntergekommen. Er setzt sich Seok-jung gegenüber, spricht ihn mit Namen an und fragt: Dreizehn Jahre ist es her, oder? Seok-jung nennt ihn bei einem anderen Namen: Ishikawa Nobuyuki.

Genau der Name, von dem Philip gesprochen hat. Den Namen, den Sato ausgelöscht hat, hat Seok-jung dreizehn Jahre lang nicht vergessen. Und dann nennt er ihn einen Schlächter.

Satos Antwort ist dreist. Es sei eine rechtmäßige Pflicht gewesen, er habe einen Aufruhr niedergeschlagen. Vor einem Mann, der die Unabhängigkeitsrufe einen Aufruhr nennt, hält Seok-jung dagegen: Sie hätten nur friedlich „Manse!“ gerufen. Und als Beweis führt Sato an, dass er vor Gericht freigesprochen wurde.

Rückblende auf Kyeam-ri vor dreizehn Jahren: Sato in der Uniform eines japanischen Armeeoffiziers, den Blick starr nach vorn gerichtet

© tvN „100 Days of Deception“

Sato zieht sogar Seok-jungs Frau mit hinein. Hätte er sich nur aus der Unabhängigkeitsbewegung herausgehalten, würde er heute glücklich und zufrieden mit seiner Familie leben. Seok-jungs Antwort war für mich die beste Zeile von Folge 6: „Glücklich? In einem Land, das man uns geraubt hat?“

Dann fällt ein Schuss. Im selben Moment erstarrt Ga-kyung irgendwo im selben Gebäude. War das gerade ein Schuss?

Zu Seok-jung sagt Sato, das Ehepaar müsse sich wohl sehr geliebt haben, so sehr, dass es im selben Augenblick zusammen gestorben sei. Der Schuss eben, das waren der Kamerad, der Seok-jungs Namen preisgegeben hatte, und seine Frau. Dann sagt Sato zu Seok-jung, er werde ihn nicht töten. Stattdessen laute seine Todesursache: Krankheit.

Ga-kyung kommt die Treppe heruntergerannt, und Hideo stellt sich ihr in den Weg. Was auch immer sie gerade denke, es sei nicht so. Sie reißt sich von seiner Hand los und geht hinein, und dort sieht sie den Mann, dem sie eben noch Nachrichten von ihrer Herrin überbracht hat: Keum Seok-jung, leblos.

Fukuda kommt auf sie zu und spricht sie ganz bewusst an. Der Verdächtige sei an einer Blutvergiftung gestorben. Und Ga-kyung muss mitspielen und zustimmen, er sei wohl ein ausgesprochener Schwächling gewesen. Den Mann, dem sie gerade noch die Nachricht von ihrer Herrin überbracht hat, muss sie mit eigenen Worten herabsetzen. Nur um den Namen Keum Seo-hee zu schützen.

Sie will allein nach Hause gehen, doch Hideo läuft ihr nach. Was heiße hier, alles sei in Ordnung? Er greift nach ihrer Hand. Die zittere doch, sagt er.

Ga-kyung kommt zu Hause an. Wie soll sie So-ran die letzten Augenblicke ihres Mannes beibringen? Wie soll ich ihr das bloß sagen, murmelt sie vor sich hin.

Da kommt Hideo zurück und fragt, ob alles in Ordnung sei. Ga-kyung will wie immer sagen, es gehe ihr gut, und sagt stattdessen nein. Es geht ihr nicht gut. Nachdem sie die ganze Folge 6 hindurch nur gelogen hat, ist das das erste wahre Wort aus ihrem Mund.

Hat Hideo nun, wie von Sato befohlen, ihr Vertrauen gewonnen? Oder hegt er genau die Gefühle, die Sato ihm verboten hat?

1919, Jeam-ri

Zur gleichen Zeit erstattet Fukuda Sato Bericht. Keum Seo-hee habe Seok-jungs Leiche gesehen. Fukuda fürchtet, es könnte Ärger geben wie damals in Kyeam-ri, falls Yoo Philip davon erfährt. Denn „auch damals hat ein ausländischer Reporter es in der Auslandspresse gebracht“, und am Ende kam es sogar zum Prozess.

Diese Zeile ist nicht einfach erfunden. Kyeam-ri ist ein fiktives Dorf, aber das Vorbild ist das Massaker von Jeam-ri bei Suwon im April 1919. Japanische Soldaten trieben mehr als zwanzig Dorfbewohner in einer Kirche zusammen, schossen auf sie und legten Feuer.

Einer derjenigen, die das Massaker der Welt bekannt machten, war der kanadische Tiermediziner und Bakteriologe Frank Schofield. Er brachte Fotos und Zeugenaussagen vom Tatort ins Ausland. Unter dem Druck der internationalen Öffentlichkeit kam der japanische Leutnant, der den Einsatz geleitet hatte, vor ein Kriegsgericht. Das Urteil: Freispruch. Genau wie Sato, der Seok-jung seinen Freispruch unter die Nase hält.

Deshalb fürchtet Sato nichts so sehr wie einen ausländischen Reporter. Und wer ist die Geliebte dieses ausländischen Reporters Yoo Philip? Keum Seo-hee.

Keum ist ein seltener Name

Sato wischt Fukudas Sorgen beiseite. Seok-jung sei an einer Krankheit gestorben, Punkt.

Doch als Fukuda sich zum Gehen wendet, hält Sato ihn zurück und stellt die Frage vom Anfang dieses Textes: Keum sei ein seltener Familienname. Dann trägt er ihm auf, bei der Polizeiwache Suwon Keum Seok-jungs Personalbogen heraussuchen und herschicken zu lassen. Und aus welcher Zeit stammt dieses Dokument? „Es müsste einen geben, der vor dreizehn Jahren angelegt wurde.“

Suwon vor dreizehn Jahren. Das muss ein Dokument aus der Zeit des Vorfalls von Kyeam-ri sein. Und was Sato murmelte, als er allein war, waren die beiden Namen vom Anfang.

Doch Folge 6 hat noch eine wirklich letzte Szene. Im Archiv der Polizeiwache Suwon zieht ein Beamter ein Bündel Akten heraus. Darin steckt ein einziges Foto: eine junge Frau mit einem kleinen Kind im Arm. Dieses Gesicht gehört So-ran. Und die Fotos werden in einen Umschlag gesteckt, bereit, an Sato zu gehen.

Ein altes Foto aus einem Aktenbündel im Archiv der Polizeiwache Suwon: die junge So-ran mit einem kleinen Kind

© tvN „100 Days of Deception“

Die heutige Antwort

Setzen wir die Antwort zusammen. Warum stutzt Sato bei Keum Seo-hee? Ich sehe drei Schichten.

Erstens: der Familienname. Keum ist selten, und ausgerechnet der Attentäter aus Kyeam-ri trägt denselben Namen. Und dieser Attentäter hat jeden anderen Dolmetscher abgelehnt und nur nach Keum Seo-hee verlangt.

Zweitens: Kyeam-ri. Für Sato ist Kyeam-ri eine Vergangenheit, die er ausgelöscht hat, bis hin zur Änderung seines Namens. Und Keum Seo-hee steht direkt neben dem ausländischen Reporter, der diese Vergangenheit wieder ans Licht holen könnte.

Drittens: der Name selbst. Keum Seo-hee ist der Name des Kindes, das Sato vor dreizehn Jahren in Kyeam-ri getötet hat. Und in den Unterlagen, die aus Suwon kommen, liegt ein Foto der Mutter, die dieses Kind im Arm hält. In dem Moment, in dem Sato sie öffnet, verbinden sich die Nachwuchsdolmetscherin mit dem Namen eines toten Kindes und Yoo Philips chinesische Ehefrau zu einer einzigen Linie.

Die Antwort lautet also: Der falsche Name, der Ga-kyung bisher geschützt hat, ist jetzt eine Waffe, die auf sie gerichtet ist. Denn der Name, den So-ran ihr gab, um sich an ihre Tochter zu erinnern, ist für Sato ein Name, der die ausgelöschte Vergangenheit zurückruft.

Die Vorschau auf Folge 7 und unsere Tipps

Wie geht es in Folge 7 weiter? Nehmen wir die Vorschau auseinander. Vor Sato sagt Hideo über Ga-kyung, Keum Seo-hee sei eigentlich ein ganz anständiger Mensch. Satos Anweisung geht aber in die entgegengesetzte Richtung: „Überprüf auch ihre ganze Vorgeschichte in Keum Seo-hees Personalakte.“

Dann gibt es den Moment, in dem Ga-kyung etwas entdeckt und murmelt, ob das etwa Kyeam-ri sei. Und ganz am Ende der Vorschau versteckt Ga-kyung etwas, das sie in der Hand hält, hinter ihrem Rücken, und Hideo fragt, was sie da hat.

Die Gordon-Insight-Tipps

Also gut, hier sind meine drei Gordon-Insight-Tipps.

Tipp eins. In Folge 7 erkennt Sato, dass die Frau auf dem Foto So-ran ist. Und in diesem Moment wird er sich fast sicher sein, dass Keum Seo-hee eine Fälschung ist.

Tipp zwei. Was Ga-kyung in der Vorschau hinter ihrem Rücken versteckt, ist genau dieses Familienfoto aus Suwon. Wenn die Rede von einem Familienfoto in der Vorschau dieses Bild meint, bekommt Ga-kyung es vor Sato in die Hände.

Tipp drei. Diesmal stellt sich Hideo auf Ga-kyungs Seite, nicht auf die seines Vaters. Und zwar wegen dieses Satzes von ihm in der Vorschau: „Dieser Mann hätte ein ordentliches Gerichtsverfahren bekommen müssen.“ Hideo hat Seok-jungs Tod nicht einfach hingenommen. Auch er ist von Geburt Koreaner, und beim Dolmetschen hat er seinen Vater schon einmal hinters Licht geführt.

Was ist eure Prognose? Öffnet Sato zuerst die Akte, oder erfährt Hideo zuerst Ga-kyungs Geheimnis?

Der eine Monat, den Ga-kyung sich versprechen ließ, und die Lüge hinter diesem Versprechen. Ich habe das Gefühl, dass in Folge 7 das ganze Spielbrett umgeworfen wird. Auch die nächste Folge nehme ich mir direkt nach der Ausstrahlung vor.

Quellen

Reale Geschichte

  • Das Massaker von Jeam-ri bei Suwon im April 1919 und der Freispruch des japanischen Leutnants, der den Einsatz leitete, vor dem Kriegsgericht — 한국민족문화대백과 (Enzyklopädie der koreanischen Kultur) · 경인일보 (Kyeongin Ilbo)
  • Schofields Bericht über das Massaker — 경기일보 (Kyeonggi Ilbo)
  • Fotos: Jeam-ri (1919), aufgenommen von Frank Schofield — Wikimedia Commons (gemeinfrei) · Schofield und Syngman Rhee (1958) — 국가기록원 (Nationalarchiv Koreas)
  • Dokumente und Bildtafeln: Henry Chung, The Case of Korea (Fleming H. Revell, 1921), S. 232–233 — Internet Archive (Exemplar der Library of Congress)

Die Serie

  • tvN-Wochenendserie 100 Days of Deception, Folge 6 (ausgestrahlt am 25.10.2026) · offizielle Vorschau auf Folge 7 (offizieller Kanal von tvN DRAMA)

Die Szenenbilder und Dialoge in diesem Beitrag werden zu Kritik- und Rezensionszwecken zitiert; die Rechte liegen bei den jeweiligen Rechteinhabern.